Lyrik für den Monat Juni

Sozusagen grundlos vergnügt

„Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen
Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.-
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn die Heckenrosen und Holunder blühen.-
Dass Amseln flöten und dass Immen summen,
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.-

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.-
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl.- Da steckt ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.-
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!-
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.-

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.-
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.-
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben.-
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne,
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.-
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!-
Ich freu mich, dass ich …. dass ich mich freu.

Mascha KaJeko, aus: „Das lyrische Stennogrammheft“. …

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