Eine erhellende Geschichte im November

Schicksal und Hoffnung

Als das Schicksal einmal nach seiner Macht und Stärke befragt wurde, da sagte es: «Ich bin der Stärkste, jedenfalls fast. Ich habe sie alle zu Boden gestreckt, die Kaiser und die Fürsten. Selbst ganze Völker habe ich in die Knie gezwungen. Und unendlich viele einzelne Menschen. Ich habe eben die grösste Schlagkraft, jedenfalls beinahe. Aber auch eure geistigen Güter habe ich besiegt, die Kultur und die Technik, sie alle sind mir, dem Schicksal, unterlegen. Selbst Treue und Glaube und Liebe wurden von mir zu Boden gezwungen. Ich bin eben der Stärkste, jedenfalls fast.»

«Warum bist du denn nur fast der Stärkste?», wurde das Schicksal da gefragt. «Nun ja», unangenehm berührt, wurde die Stimme des Schicksals etwas leiser. «Mit einer habe ich nicht fertig werden können! So oft ich sie auch k.o. schlage und davon überzeugt bin, dass sie nun endgültig ausgezählt auf dem Boden liegen bleibt, spätestens bei «neun» ist sie wieder auf den Beinen.» «Und wer ist diese Unbezwingbare?» wurde das Schicksal gefragt.
«Die Hoffnung! Die Hoffnung ist einfach nicht unterzukriegen!»

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